„Für die Kunst und das Theater hinter der Bühne“, so heißt es sinnbildlich auf dem lateinischen Sinnspruch, der das Logo der Weltbühne ziert. Es gibt vier Aspekte, die bei der Namensfindung eine Rolle gespielt haben. Die Nähe zum Theater, die Theaterkritik, die Kaffeehauskultur und das Kaffeehaus als Ort, der sich selbst genügt. Ein wirksamer Platz, der in die Einrichtung der Gesellschaft hineingezeichnet ist.

Die Nähe zum Theater. Die Bühne ist der Ort, an dem gesellschaftliche Themen verhandelt werden: immer neu, immer anders. Nach Joachim Lux, dem Intendanten des Thalia Theaters: „Ein Ort, um die Welt neu und anders zu erleben.“ Das Kaffeehaus ist ein Platz, der spielerisch Impulse des Theaters aufnimmt und – auch – neue aussenden soll.

Theaterkritik. Kein anderes Blatt hat sich in Deutschland mehr verdient gemacht als „Die Schaubühne“. Später auch unter dem Namen „Weltbühne“ bekannt, als sich das Heft mehr politischen Themen öffnete. Sie wurde von Siegfried Jacobsohn in Berlin als reine Theaterzeitschrift gegründet und erschien zum ersten Mal am 7. September 1905. Im Dezember 1926 übernahm Kurt Tucholsky die Leitung des Blattes, die er im Mai 1927 an den Hamburger Carl von Ossietzky weitergab. Ossietzky entwarf seine berühmten Leitartikel auf ein paar Handzetteln im Kaffeehaus.

Kaffeehauskultur. Die Blütezeit erlebte das Kaffeehaus in Wien Ende des 19. Jahrhunderts. Am Fin de Siècle gab es ungefähr sechshundert Kaffeehäuser in der Hauptstadt. Geist und Kultur lebten auf, durch das ungezwungene Ambiente des Kaffeehauses. Es wurde zur Lebens- und Arbeitsstätte bedeutender Schreiber, Intellektueller und Künstler wie Arthur Schnitzler, Stefan Zweig, Egon Schiele, Gustav Klimt oder auch Leo Trotzki.

  „Wir wussten alles, was in der Welt vorging, aus erster Hand, wir erfuhren von jedem Buch, das erschien, von jeder Aufführung und verglichen in allen Zeitungen die Kritiken; nichts hat so viel zur intellektuellen Beweglichkeit beigetragen, als dass es im Kaffeehaus sich über alle Vorgänge der Welt umfassend orientieren und sie zugleich im freundschaftlichen Kreise diskutieren konnte.“Stefan Zweig in „Die Welt von Gestern“

In der Weimarer Republik erlebte das Kaffeehaus eine Renaissance. Gesellschaftliche Themen wurden eifrig verhandelt. Es war der Fixpunkt kulturellen Treibens, wie zuvor in Wien. Erich Kästner beschrieb das „Romanische Café“ als „Wartesaal der Talente.“

Der Ort, der sich selbst genügt. Geistige Übung und Müßiggang. Austausch und Anregung. Nirgendwo sonst möchte man sein. Eine kleine Welt für sich, im Schoß der Großstadt. Eine Bühne für Menschen. Die Weltbühne.